Oft lässt sich schon früh erkennen, ob ein Start-up Erfolg haben wird oder nicht. Eine neue Studie der Harvard Business School bestätigt das.

Wenn junge Menschen gründen, stehen sich oft vor einem – teils unkalkulierbaren – Risiko: Hohen Kosten für die neue Idee steht die Ungewissheit gegenüber, wie viel sie damit verdienen lässt und ob überhaupt irgendwann ein Gewinn zu erwarten ist. Eine Studie der Harvard Business School hat nun empirisch untersucht, ob eine frühe positive Bewertung der Idee ihren Erfolg vorhersagt.

Die Studie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass es schon in der Frühphase der Gründung Indikatoren gibt, wie marktfähig ein Unternehmen sein wird, wie viel Erfolg es also haben wird: Unternehmen, die von Experten und Nutzern schon früh positiv bewertet wurden, erreichten deutlich schneller und erfolgreicher das Level der Kommerzialisierung.

Gerade in den Bereichen Hardware, Energie und Biowissenschaften – also Branchen, die besonders intensiv Forschung und Entwicklung betreiben – lässt sich ein signifikanter Zusammenhangf feststellen. Deutlich weniger gut lässt sich der Unternehmenserfolg anhand erster Bewertungen von Konsumgütern oder Software herleiten.

Expertise von außen erwünscht

Daran wird allerdings auch deutlich, dass für diese Bewertung nicht immer Experten notwendig sind, die in diesem Bereich eine Expertise haben, sondern der Erfolg oft von der subjektiven Einschätzung einer großen und vielfältigen Gruppe von erfahrenen Unternehmern und Führungskräfte abhängt. Die Studie hat 652 Ideen aus dem Start-up-Programm des Massachusetts Institute of Technology (MIT) über den Verlauf von acht Jahren analysiert.

Es wird allerdings deutlich, dass sich Start-ups jederzeit Feedback von „außen“ holen sollen, das heißt auch von Unternehmern und Führungskräften, die nicht zwangsläufig etwas mit der Branche zu tun haben. Allerdings sollten deren Einschätzungen die Experimente nicht unterbinden, sondern auch als ergänzendes Instrument betrachtet werden.

Die Studie geht außerdem davon aus, dass sich die Politik dem unterschiedlichen Gründungsverhalten anpassen sollte und ihre Gesetze auf die verschiedenen Themenbereiche zuschneiden sollte, damit Gründer auch ein bisschen experimentieren können.