Mit geklonten Superanwälten, programmierbaren Vibratoren und künstlicher Haut versuchten Start-ups die Jury beim Münchner „Bits & Pretzels“-Festival zu überzeugen. 

Wenn man wenig Zeit hat, muss der Showeffekt sitzen. Und so zertrümmerte Markus Rüssel erst einmal eine Gitarre, bevor er in 90 Sekunden sein Start-up Gigmit vorstellte. 80 Prozent ihrer Einnahmen erzielen Musiker durch Live-Auftritte, sagte Rüssel. Auf seiner Plattform bringt er deswegen Künstler und Veranstalter zusammen.

Gigmit war eines von 205 Start-ups, die sich für den Pitch beim „Bits & Pretzels“-Festival beworben hatten. Insgesamt sieben wurden ausgewählt, um ihre Idee vorzustellen. Dazu gehörte das Gebrauchtwagenportal Karosso, dessen Gründer die Intransparanz und Ineffizienz im Markt beheben wollen. Was sie dabei aber von anderen neuen Gebrauchtwagenhändlern wie Auto1, Sellanycar oder Carspring unterscheidet, wurde in den anderthalb Minuten jedoch nicht klar.

Ein programmierbarer Vibrator und eine Jodel-App

Auf die Autobranche hat es auch Nicola Lecoconnier abgesehen. „Die Autoindustrie lügt“, legte der Gründer von JCParts los. Dabei bezog er sich vor allem auf die aus seiner Sicht überzogenen Kosten für Autoteile. Das Start-up bietet deswegen Original-Ersatzteile zu günstigeren Preisen, derzeit primär für französische Marken.

Weitere Bewerber waren Mysteryvibe, die Briten haben einen programmierbaren Vibrator entwickelt, „der jede Form annehmen kann“ und wollen die sexuelle Freude durch „lernende Schlafzimmer“ weiter erhöhen. Aus Deutschland pitchte noch 123Recht.net, die auch Frag-einen-Anwalt betreiben. Nun will Gründer Michael Friedman eine „Klonarmee von Superanwälten“ aufbauen.