Computomics entschlüsselt in rasendem Tempo Pflanzengene. So hilft es Züchtern, Getreide und Gemüse robuster und ertragreicher zu machen.

Von Susanne Kutter

Wenn Sebastian Schultheiß und Tobias Dezulian erklären wollen, was ihr Start-up Computomics kann, dann nehmen sie gerne ein paar Zierkürbisse zur Hand, die möglichst unterschiedlich sind: Langgestreckt und grün der eine, gelb und pockennarbig der zweite, rund und knallorange der dritte. Die Samen dieser Kürbisse sehen aber alle gleich aus – und kein Landwirt oder Pflanzenzüchter kann den Kürbiskernen ansehen, wie die Früchte später aussehen werden. Anders die Coputomics-Forscher: „Wir können das ganz genau vorhersagen, denn wir schauen in die Gene der Pflanzen“, sagt Schultheiß. Möglich wird das mithilfe einer schnellen Genanalysetechnik – dem Next Generation Sequencing und besonders leistungsfähigen Rechenprogrammen zur Datenauswertung, die die beiden Bioinformatiker aus Tübingen geschrieben haben. Den Service, aus Samen vorhersagen zu können, welche Merkmale die daraus gezogene Pflanze einmal haben wird, bietet Computomics Züchtern an, aber auch großen Saatgutherstellern und Agrokonzernen. So suchten die Gengucker für KWS aus Einbeck Zuckerrübensamen heraus, deren Rüben besonders reich an Zucker und robust gegenüber Schädlingen sind. Für Bayer CropScience nahmen sie Reis unter die Lupe. Und für eine französische Firma suchten sie nach Tomaten, die besonders rot sind.