Diese Woche dreht sich viel um Geld: Für mehrere Start-ups gab es Geld und zwei Kapitalgeber haben Fonds geschlossen, die künftig beim Finanzieren helfen.

Die Fruchtbarkeits- und Zyklusapp Clue hat weltweit mehr als zwei Millionen User und wurde aktuell von Apple auf Platz 21 der besten Apps des Jahres 2015 gewählt. Das ist nicht die erste Auszeichnung für das Produkt der Berliner Gründerin Ida Tin. Sie selbst wurde in diesem Jahr zur “Female Web Entrepreneuer of the Year 2015” gewählt; für ihr Unternehmen gab es zwei Millionen-Finanzierungsrunden.

Gleich zwei Fonds wurden am Mittwoch geschlossen und versprechen Millionen für junge Unternehmen. Paua Ventures und Speedinvest haben jeweils achtstellige Summen für weitere Investitionen in Start-ups gesammelt. Das bedeutet vor allem für deutsche und österreichische Gründer neue Finazierungsmöglichkeiten.

Frisches Geld gab es für die Schnäppchenplattform Cuponation. Zehn Millionen Euro bekamen sie in ihrer Series-B-Finanzierung und will nun, wie viele Rocket-Start-ups, die Welt erobern. Das Berliner Reise-Vergleichsportal Goeuro sammelt 45 Millionen US-Dollar von Goldman Sachs und Facebook-Investor Yuri Milner ein.

Auf der „Hub“-Konferenz, die am Donnerstag in Berlin stattfand, machte die Bitkom die Digitalisierung der Wirtschaft und neue disruptive Geschäftsmodelle zum zentralen Thema. Und kritisierten erst einmal die Langsamkeit der Bundesregierung in diesen Sachen: Von 30 Maßnahmen, die die Bundesregierung im Koalitionsvertrag und im Laufe der Legislaturperiode angekündigt hat, sind erst acht umgesetzt worden. Bei zehn Projekten ist dagegen noch überhaupt nichts passiert. Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Analyse der deutschen Start-up-Politik. Auch bei der “Digitalen Agenda”, die Start-ups ebenso betrifft, muss der Bund noch nachbessern. Bislang wurden von den 121 in der Agenda definierten Einzelmaßnahmen 36 umgesetzt, bei 60 hat die Arbeit begonnen. Bei 25 Projekten ist bislang allerdings noch nichts passiert. Über zu wenig genutzrte Chancen sprach auch Ex-Minister zu Guttenberg und überraschte dabei mit Thesen wie dem Ende des Essenslieferbooms.

Auf der Konferenz zeigten Start-ups ihre Ideen – vom intelligenten Fahrradschloss (I Lock IT der Haveltec UG) über eine Landwirtschafts-Software zur digital gesteuerten Fütterung von Kühen (fodjan GmbH) bis hin zu UberMetrics zur Echtzeit-Medienanalyse von großen Textmengen etwa in sozialen Netzwerken. Beim Innovators´ Pitch, dem Start-up-Wettbewerb des Bitkom, wurden Figo, Green City Solutions und VivoSensMedical als beste Unternehmen in den Kategorien FinTech, IoT und eHealth ausgezeichnet.

Auch zahlreiche große Unternehmen stellten dabei ihre Innovationen aus. So präsentierte Audi zum Beispiel seinen autonom fahrenden Sportwagen RS7. Hewlett-Packard zeigte ein neues Modell seines 3D-Druckers Multi Jet Fusion – und gab einen Ausblick auf „4D-Drucker“, aus denen künftig zum Beispiel sich selbstständig montierende Möbel entstehen sollen. Und IBM bot einen Ausblick in die Zukunft, was von seinem Supercomputer „Watson“ in Sachen künstlicher Intelligenz noch zu erwarten ist.