Nach dem Fußball kommt für viele Kicker die Selbstständigkeit: Christoph Metzelder verrät, wie es bei ihm lief und für welches Ziel er nochmal lernt.

„Eine Karriere als Fußballprofi neigt sich in der Regel nach spätestens zehn Jahren dem Ende entgegen“, heißt es bei der Spielergewerkschaft VDV. Entweder macht eine schwere Verletzung ein Comeback unmöglich oder die Kicker sind mit Anfang 30 selbst als Edeljoker nicht mehr gut genug. Viele Fußballer stehen dann vor einem großen Loch.

Ein Spieler, der auf – wie neben dem Platz – für Erfolgsmeldungen sorgt, ist Christoph Metzelder. Im Gespräch mit WiWo Gründer erzählt er, wieso sich Fußballer frühzeitig mit dem Leben nach dem Fußball beschäftigten sollten: „Mit 22 Jahren hatte ich mich schon so schwer verletzt, dass ich zwei Jahre ausfiel. In dieser Zeit habe ich die erste Firma gegründet, in der ich meine Marketingaktivitäten gebündelt habe. Mit der Verletzung kam auch erstmals der Gedanke, wie es nach dem Fußball mit meinem Leben weitergehen soll. Viele Spieler glauben, sie könnten vom dem alten Glanz auch noch später leben. Sie sollten sich vielmehr bewusst machen, dass mit dem Karriereende eine neue Lern- und Ausbildungsphase beginnt. Mein persönlicher Lernprozess ist zum Beispiel die Arbeit bei JvM/sports, in der ich das bekannte Feld Sportkommunikation von der Agenturseite kennenlerne. Da ich mittelfristig in den Profifußball zurückkehren möchte, sind Erfahrungen in Kommunikation, Vermarktung und Marketing essentiell.“

Heute ist Christoph Metzelder Co-Gründer und Co-Geschäftsführer der Werbeagentur JvM/sports, Fußballexperte bei Sky, Vizepräsident des VDV, 1. Vorsitzender des TuS Haltern und Gründer seiner eigenen Stiftung, die sich für mehr Integration einsetzt und die Auswirkungen von Kinderarmut bekämpfen will. So betriebsam wie er sind nur wenige Fußballer, die bereits in ihrer aktiven Zeit genug Geld für das restliche Leben verdienen konnten.

In der Fußballgeneration vor Metzelder waren die Gehälter noch deutlich geringer, sodass Spieler der alten Fußballgarde nach dem Karriereende eine Lottobude wie Uwe Leifeld eröffneten. Andere Fußballer dieser Generation beteiligen sich heute an Start-ups. Prominentes Beispiel ist Jürgen Klopp, der gemeinsam mit Oliver Bierhoff beim Start-up Bolzfabrik einstieg.