Heute ist er selbst Investor, denn es gebe ja keine Zinsen mehr. Als Investor will er selbst keine Mehrheitsbeteiligung haben. In der Regel beteilige er sich mit 10-14 Prozent. Er verrät, was ihm dabei wichtig ist: „Die personelle Komponente ist entscheidend. Produktmacher sind wichtiger als die Produkte“, so Maschmeyer. Dabei wolle er keine One-Man-Show, sondern ein Team. „Meine erste Frage ist, was ist, wenn der Gründer morgen gegen den Baum fährt.“

Dann schwenkt er über auf sein Lieblingsthema: die Bedeutung von Vertrieb, Kommunikation und Emotion.
Maschmeyer spricht eine Frau aus dem Publikum an: „Schöne Frau, immer wenn ich ihr Gesicht sehe, bleibt meine Uhr stehen.“ Oder ich sage: „Immer wenn ich ihr Gesicht sehe, geht meine Uhr kaputt.“ Es gehe in der Kommunikation darum, den anderen für sich zu gewinnen. „Heilen Sie Ihre Ich-Krankheit“, ruft er von der Bühne. „Anstatt „ich empfehle Ihnen“ sagen Sie besser: Für Sie bedeutet das; Ihnen bringt das; Ihr Vorteil wäre. Sie haben eine Meinung, Ihr Gegenüber hat eine Deinung. Versuchen Sie zusammen eine Unserung zu erzielen“, predigt Maschmeyer.

Zwischenzeitlich fühlt man sich wie in einem AWD-Verkaufsseminar. Bei jedem anderen Sprecher hätten die Zuhörer gerufen: „Fünf Euro ins Phrasenschwein.“ Doch nicht bei Maschmeyer. Der Großteil hängt an seinen Lippen, denn er hat bewiesen, dass er so Menschen für sich gewinnt. „Stellen Sie sich vor, Ihr Leben hängt von Ihren Beziehungen ab, denn das tut es. Ab einem gewissen Level heißt es: Die Kontaktreichsten sind die Erfolgreichsten.“ Maschmeyer selbst gilt als bestens vernetzt in Politik und Wirtschaft.

Nach einem Exkurs ins Neuromarketing schließt Carsten Maschmeyer mit einem Appell – hier die prägnantesten Aussagen aneinandergereiht: „Mit Ausreden reden Sie sich ins Aus. Armut kommt von arm an Mut. Wer nicht zugreift bekommt nichts auf die Finger, aber auch nichts in die Hand. Ein Misserfolg ist nur ein kleines Problem, aber die Angst vor dem Misserfolg ist ein richtig großes Problem. Am Anfang ist der Misserfolg, dann kommt die Lernphase, und dann kommt die Erfolgsphase. Absagen sind kein Versagen. Es sind eher Lernschritte. Sehen Sie einen Rückschlag als Vorschlag für eine bessere Lösung an. Es gibt keine andere Zukunft, als die Zukunft, an der Sie ab HEUTE arbeiten!“

Nach dem Vortrag setzte wohl ein Zuhörer die Aussage Maschmeyers: „Es ist besser sich nachher zu entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu fragen“ in die Tat um. Maschmeyer verschenkte vor dem Saal ein paar Exemplare seines Buches „Selfmade“. Ein signiertes Exemplar wurde nur wenige Stunden nach seinem Auftritt bei Facebook zur Verlosung eingestellt.