Für seine Seed-Finanzierung konnte das Berliner Gadget-Start-up Byebuy gleich zwei namhafte Investoren gewinnen. Mit der finanziellen Unterstützung soll es nun in die USA gehen.

Schon vor seiner Expansion in die Vereinigten Staaten hat sich das Berliner Start-up Byebuy die erste große Berichterstattung dort gesichert: Das Onlinemedium „Techcrunch“ durfte als erstes über die Finanzierungsrunde des Gadget-Unternehmens berichten. Demnach hat Gründer Michael Cassau, formals unter anderem bei Rocket Internet tätig, seinen alten Arbeitgeber über dessen Fonds Global Founders Capital und die Commerzbank über ihren Main Incubator als Investoren für die Seed-Finanzierung gewinnen können. Auch der Hannover Innovation Fonds, KRW Schindler und der bisherige Geldgeber Seedcamp investierten.

Insgesamt sammelte Byebuy von den Kapitalgebern eine Million Euro ein. Mit diesem Geld will Byebuy nun seine Expansion in die USA finanzieren. Cassau will das Kapital zudem nutzen, um neue Geschäftspartner im Einzelhandel zu finden.

Byebuy wurde im April 2015 im Handelsregister eingetragen. Das Start-up konzentriert sich mit seinem Geschäftsmodell auf die „Switching Economy“ (nicht zu verwechseln mit der Sharing Economy): Geschäftsführer Cassau versteht darunter nicht das Leihen von Geräten, sondern das ständige Wechseln zwischen Gadgets. Byebuy agiert dabei als Plattform, auf der ein Nutzer beispielsweise für November ein iPhone leiht und im Dezember auf ein Samsung-Gerät wechselt.

Wechseln statt besitzen

Das Start-up stellt derzeit etwa 200 Produkte bereit, schreibt aber auf seiner Webseite auch, dass es – wenn der User das entsprechende Gadget vorab bestellt – das Gerät für ihn auch kaufen würde. Der Nutzer erhält das entsprechede Device nach drei bis vier Tagen per Post und kann es dann solange nutzen, wie er will. Dafür muss er monatlich vorab einen Betrag bezahlen. Für eine GoPro fallen beispielsweise 40 Euro pro Monat an, für eine Apple Watch 60 Euro.

Derzeit nutzen 1000 Konsumenten das Angebot von Byebuy. Das Berliner Start-up ist noch in drei weiteren Ländern – Großbritannien, Österreich und den Niederlanden – aktiv. Cassau will mit seinem Unternehmen künftig auch Kooperationen mit Einzelhändlern, online sowie offline, eingehen. So solle Byebuy als eine weitere Option neben Paypal und der Kreditkarte fungieren, so der Gründer gegenüber „Techcrunch“.

Ob das Geschäftsmodell eine Zukunft hat, muss sich allerdings noch zeigen: Wagt man einen Vergleich mit der Sharing Economy, die auf Leihen statt Besitzen setzt, kann ein Trend – sollte die „Switching Economy“ überhaupt einer werden – auch schnell wieder abflauen.