„Das Geld investieren wir nur in Unternehmen, die gegründet wurden, um ein soziales Problem zu lösen“, erklärt Weber. Gleichzeitig müssten sie aber darauf ausgelegt sein, eine angemessene Rendite von 5 bis 6 Prozent einspielen zu können. Im Portfolio hat Ananda zum Beispiel ein Start-up, das Autisten mit ihren besonderen Begabungen als IT-Consultants einsetzt. Der Fonds fördert aber auch bezahlbare Kindertagesstätten oder spezielle Tablet-PCs für Menschen mit Demenz.

Ein Trend zu verantwortungsvollem Handeln ist in der Finanzwirtschaft an sich keineswegs neu. Unter dem Stichwort „Divestment“ vollziehen mittlerweile viele Anleger etwa eine Abkehr von Investitionen in die aus ihrer Sicht schmutzige Kohle- oder Ölbranche. Alternativbanken wie die Bochumer GLS-Bank versprechen schon seit Jahren, nur in ökologisch und sozial Sinnvolles zu investieren – und erleben seit einiger Zeit einen deutlichen Aufschwung.

Wirkungsorientierte Finanzprodukte, wie die Bertelsmann-Studie sie definiert, schraubten den Anspruch noch ein wenig höher, erläutert Benford. „Es geht darum, nicht einfach nur Gutes zu tun, wie beim Spenden, sondern Gutes besser zu machen.“ Dazu gehöre es, dass die Wirkung der Investitionen konkret messbar werde.

Hoffmann von discovering hands rechnet gern vor, wer genau von seinem Unternehmen profitiert: Frauen, deren Brustkrebs früher erkannt werden kann; die Blinden, deren Behinderung als Begabung verstanden wird und die vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden; der Staat, der dadurch nicht nur Sozialkosten spart, sondern auch im Gesundheitsbereich. 57 000 Euro teurer sei die Behandlung pro Patientin im Schnitt, wenn Krebs bereits gestreut habe. Zuletzt sind es aber auch die Investoren, die gewinnen sollen. Ende 2017 soll sein Unternehmen über 50 Tasterinnen beschäftigen – dann trägt es sich selbst und beginnt, auch finanziell Rendite zu bringen.

dpa