Unternehmer und Selbstständige sind oft Einzelkämpfer. Durch Mitgliedschaft in einem Berufsverband können sie sich dennoch vernetzen. Die Auswahl ist groß.

Post, Kitas, Bahn, Piloten, Pfleger – derzeit scheinen alle zu streiken. Unterstützt werden die missgelaunten Arbeiter und Arbeitnehmer von ihren Berufsverbänden. Ein Streik lohnt sich für Selbstständige kaum. Aber die Mitgliedschaft in einem Berufsverband kann Vorteile haben, zum Beispiel Netzwerk-Treffen, Weiterbildung und politische Lobbyarbeit oder sogar praktische Unterstützung während der Gründung.

Gründer, die erwägen, sich einem Verband anzuschließen, sollten zunächst überlegen, was sie sich davon versprechen. Möchte man einen Verband, der sich bei Politik und Gesellschaft für gute Rahmenbedingungen einsetzt? Oder möchte man konkrete Alltagshilfen? Und soll es um die inhaltliche Branche gehen oder um Gründertum? Zudem lassen sich Verbände für innovative Start-ups von Verbänden für klassische Existenzgründer wie Friseurgeschäfte und Kfz-Werkstätten unterscheiden.

Start-up-Verband: Lobbyarbeit und Netzwerken für innovative Unternehmen

Eine gute Anlaufstelle für innovative Start-ups ist der „Bundesverband Deutsche Start-ups“. Angehende Gründer können nicht Mitglied werden, weil nicht die Einzelperson, sondern das Unternehmen dem Verband beitritt. Die Mitgliedsunternehmen profitieren neben allgemeiner Lobbyarbeit für die Szene von Netzwerktreffen, Kontakten zu Investoren und Fördermitgliedern des Verbands – unter anderem Banken, der Deutschen Börse, Kanzleien und SAP – sowie von Workshops und Veranstaltungen. Zudem kann jedes einzelne Start-up den Verband für Öffentlichkeitsarbeit nutzen. „Wir erhalten täglich Anfragen von Medien, die ich an unsere Mitglieder weiterleite”, sagt Anna Holz, Verbands-Referentin für Kommunikation.

Bis jetzt sind knapp 400 Unternehmen beigetreten, darunter auch Schwergewichte wie Uber und Airbnb. Entsprechend der generellen Start-up Landschaft stammen viele Mitglieder aus der Digitalbranche. Aber innerhalb des Vereines bilden sich immer mehr Fachgruppen, zum Beispiel für Gründer aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Energie, Mobilität, Finanztechnologie und Human Ressources.

Die Mitgliedschaft kostet 120 Euro pro Jahr. Nach der Start-up-Phase können Unternehmen als Alumni im Verband blieben. Der Mitgliedsbeitrag orientiert sich dann am Jahresumsatz.