Wer coden kann, wird die Welt verändern: Auf dem „Ada Lovelace Festival“ werden Programmiererinnen zu inspirierenden Vorbildern für die junge (weibliche) Generation.

Berlin. In erster Linie geht es in der Alten Meierei um Tech. „Da hier alle von ihrer Programmierervergangenheit erzählen: Ich habe mit 14,15 Jahren auch Programme geschrieben“, sagt Catharina van Delden, als sie ihren Vortrag beginnt. Damit sei sie in ihrer Klasse kein Nerd gewesen sei, sondern „die mit dem Laptop“, mit dem sich auf der Klassenfahrt nachts heimlich Filme gucken ließen. „Für mich hatte Tech immer schon einen sozialen Aspekt“, so van Delden.

Ihr Vortrag handelt von einem ähnlichen Thema: wie Unternehmen ihre Nutzer, ihre Kunden bei der Produktentwicklung mit einbinden können, „Crowdsourced Innovation“ nennt van Delden das. Sie erzählt lauter Beispiele; von Haribo und dem blauen Gummibärchen, das die Verbraucher in der Entwicklung selbst mitgestalten und testen durften; von Manhattan und dem abziehbaren Nagellack, den sich jeder selbst gestalten konnte. Sie erzählt davon, wie Tech die Produktentwicklung verändert.

Die Generation der Techie(nnen)s

Nur ganz kurz in ihrem Vortrag erwähnt sie das Thema, um das es auf dem „Ada Lovelace Festival“ in zweiter Linie geht: Frauen in Tech. „Ihr seid das erste Publikum, dem ich nicht den Unterschied zwischen Nagellacken“, sagt van Delden und lacht. Denn anders als auf anderen Veranstaltungen für Techies dominieren auf der Konferenz des Euroforums und der WirtschaftsWoche die Programmiererinnen. Die Techiennens, wenn man gendern will.

Sind sie in ihren Berufen numerisch in der Unterzahl, dominieren Frauen auf dem „Ada Lovelace Festival“ nicht nur das Publikum, sondern auch die Bühnen. Eine Tech-Konferenz mit mehr als 90 Prozent Frauenanteil. Schade, dass dieser Fakt im 21. Jahrhundert noch berichtenswert ist.