Schon wieder frisches Kapital für Delivery Hero: Der Rocket-Internet-Lieferdienst sammelt 101 Millionen Euro von einem unbekannten Investor ein. Ein Börsengang ist für 2015 aber nicht mehr geplant.

88 Millionen US-Dollar, 85 Millionen US-Dollar, 350 Millionen US-Dollar, 287 Millionen Euro: Wenn es um den König der Finanzierungsrunden ginge, wäre Delivery Hero im Kampf um die Krone weit vorne mit dabei. Der prominenteste Lieferdienst des Start-up-Inkubators Rocket Internet sammelt eine Million nach der anderen ein. Nun hat die Onlineplattform erneut eine Finanzierungsrunde verkündet. Insgesamt 101 Millionen Euro nahm Delivery Hero von nicht näher benannten Investoren ein, wie das Rocket Internet am Montagmorgen bekannt gab.

Allein in diesem Jahr investierten Geldgeber damit bereits mehr als 600 Millionen Euro in die Onlineplattform. Durch die neue Finanzierungsrunde sei Delivery Hero nun 2,8 Milliarden Euro Wert, hieß es in der Mitteilung des Start-up-Inkubators. Geschäftsführer Oliver Samwer ließ sich darin mit den Worten zitieren, dass die Aussichten für den Lebensmittellieferdienst weiterhin „sehr vielversprechend“ aussähen.

Der „schlimmstmögliche Wettbewerber“

Trotzdem will das Unternehmen mit einem Börsengang offenbar noch warten. Geschäftsführer Niklas Östberg sagte gegenüber „Techcrunch“, für 2015 gäbe es keine IPO-Pläne. Er erwarte, später in diesem Jahr für einen Börsengang bereit zu sein, doch noch genieße Delivery Hero das „privat sein“. „Wir haben dieselbe finanzielle Unterstützung wie unsere öffentliche Konkurrenz“, so Östberg. Das mache den Lieferdienst zum „schlimmstmöglichen Wettbewerber“ für andere Onlineplattformen.

Das frische Kapital will Östberg in „ausgewählte Akquisitionen“ und Innovationen stecken. Delivery Hero hatte erst vor kurzem den türkischen Wettbewerber Yemeksepeti übernommen, im August 2014 den großen Konkurrenten Pizza.de. Im Kampf um die Lieferdienst-Krone kann das Portal dank der neuen Finanzierungsrunde nun wieder angreifen.